Dalits

„Dalit“ nennen sich die Menschen am untersten Ende der indischen Kastenhierarchie. Bei uns sind sie u.a. als „Kastenlose“ oder „Unberührbare“ bekannt.

Sie sind jedoch nicht eigentlich kastenlos, denn auch Dalits gehören einer Kaste, einer sog. Jati, an. Früher galten sie tatsächlich als unberührbar – d.h. Menschen aus höheren Kasten wollten sie nicht berühren, mit ihnen essen oder sie gar heiraten.

Unberührbarkeit als solche ist laut indischer Verfassung verboten, auch wenn sich immer noch bestimmte Praktiken finden, z.B. dass es in Tee-Läden manchmal zwei Sorten Becher gibt: Plastikbecher zum Wegwerfen für die Dalits, Metallbecher oder Gläser für die „Normalen“, d.h. Menschen aus höheren Kasten. Auf dem Land leben Dalits in eigenen Straßen außerhalb des Dorfes. Traditionell üben Dalits die dreckigsten und am wenigsten geachteten Tätigkeiten aus, z.B. müssen sie Aufgaben bei Bestattungen übernehmen, Latrinen reinigen oder Kadaver beseitigen.

Darüber hinaus sind Dalits immer noch vielen Formen von Diskriminierung ausgesetzt. Gewalt gegen Dalits ist weit verbreitet: Selbstbewusste Dalits werden bedroht oder sogar ermordet – die Täter bleiben oft straffrei. Vergewaltigungen von Dalit-Frauen durch hochkastige Männer passieren jeden Tag mehrfach.

Viele Dalits werden daran gehindert, Land zu erwerben oder sich politisch zu engagieren.

Durch die indische Verfassung haben Dalits, die offiziell „Scheduled Castes“ genannt werden, besondere Rechte, die teilweise zu einer Verbesserung der Lebensumstände beigetragen haben.

Auch durch die Globalisierung haben sich teilweise neue Chancen, z.B. neue Berufsmöglichkeiten. Aber die Modernisierung hat auch negative Effekte: z.B. trägt die Industrialierung dazu bei, dass Dalits von ihrem Land vertrieben werden.

Viele Dalits haben das Gefühl der Minderwertigkeit verinnerlicht. Aber es gibt auch selbstbewusste Dalits, die für ihre Rechte kämpfen und sich nicht einschüchtern lassen. Diese Dalit-Bewegung wollen wir unterstützen!

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