Aktuelle Debatte in Indien: Kleine Presseschau

Schon seit mehreren Monaten beschäftigt uns das Schicksal des Studentenführers Rohith Vemula aus Hyderabad. Der Doktorand war als politischer Führer einer Initiative für Bildungsgerechtigkeit und gegen Diskriminierung aus seinem Studentenwohnheim und vom Uni Campus ausgeschlossen worden und hat sich am 17. Januar 2016 das Leben genommen. Rohith war Dalit und in seinem Abschiedsbrief hat er an den langen Kampf der Dalits um ihre Rechte erinnert. Ein sehr guter Artikel zu den Hintergründen findet sich hier bei Zeit-online.

Der Aufschrei, als es vor einigen Jahren zu einer Gruppenvergewaltigung einer jungen Studentin in New-Delhi kam war gewaltig. Zurecht! Mit einem Mal kam sehr viel über die patriarchale Kultur in Indien ans Licht und viele Frauenrechtsgruppen haben sich seitdem gebildet. Einige langjährige Aktivist*innen haben sich damals aber bereits gefragt, ob der Aufschrei genauso laut gewesen wäre, wenn das Opfer eine Dalit-Studentin gewesen wäre. Nun scheint es so, als ob genau dieser Fall eingetreten ist: Und diskutiert wird längst nicht so laut und umfassend wie vor einigen Jahren. Ist das auf die traurige Gewöhnung an solche Fälle zurückzuführen, oder Teil der Kastendiskriminierung in der öffentlichen Wahrnehmung, wie sich auch die taz fragt.

Für uns, als Verein bedeutet diese politische Situation in Indien auch, dass wir mit unseren Bemühungen fortfahren werden und sie vielleicht noch intensivieren müssen. Denn vor allem der Fall von Rohith zeigt, dass Bildung noch immer die schärfste Waffe gegen Diskriminierung ist und gerade Bildung für die Dalits in den Dörfern Teil eines umfassenden Kampfes für Gerechtigkeit darstellt. Jai Bhim!

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